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Unrnell University Library Ithara, Nem York

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THE GIFT OF

HENRY W. SAGE

1891

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ALBERT R. MANN LIBRARY

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ITHACA,

Zentralblatt für die gesamte Biologie

#

Zentralblatt

für

Biochemie und Biophysik,

mit Einschluss der theoretischen Immunitätsforschung

unter Leitung von

W. Biedermann E. Fischer 0. Frank A. Heffter

tina Berlin München

0. Hertwig A Kosse! F.Kraus Berlin Beri:n Heidelberg Berlin

F v. Müller jJ. Orth E.Salkowski R. Tigerstedt Th. Ziehen

München Berlin Berlin Helsıngtors Leipzig

N. Zuntz

Berlin

herausgegeben von

| Carli Oppenheimer Prof., Dr phil. et med., München, Possartstr. 9

(Generalreferenten.:

für Skandinavien Prof. Dr. E. Louis Backman, U psala

. dänische Lit. Dr. A. C. Andersen, Kopenhagen; für czechische Prof. Babak, Prag; für magyarısche Prof. v. Reinbold, Kolozsvár; für spanische und

portugiesische Prof. Pi y Suner, Barcelona ; für polnische Dr. M. Halpern. Warschau: für rumänische Dr. Toff, Braila.

Autoreferate und Separata der betr. Lit. sind direkt an die Gen.-Ref. zu senden,

Neunzehnter Band 1917/1919

LEIPZIG VERLAG VON GEBRÜDER BORNTRAEGER

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Due

Alle Rechte vorbehalten

A W. Hayn's Erben. Potsdam.

Zentralblatt | Biochemie und Biophysik

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Bd. XIX. = Februar-Heft 1917. Nr. 1/2. Apparate. (19) 1. Fränkel, Sigmund (Lab. d. Ludwig Spiegler-Stiftung Wien). ‚Über

einen neuen Kühler.‘ Biochem. Zs., 74, H. 3—4, 165 (April 1916).

Der Kühler, der äusserlich dem Liebigschen ähnelt, ist von diesem im wesentlichen dadurch unterschieden, dass in das Mantelrohr statt eines breiten sieben schmale Kühlrohre eingebaut sind. Damit das Kühlwasser nicht nur zwischen Mantel und den äusseren Teilen der Küblerseelen läuft, wird es zwang- läufig durch eine Düse in die Mitte des Kühlers zwischen die Kühlerseelen geführt. Bei gleicher Länge und gleichem Wasserverbrauch ist die Kühlfläche 3'!/, mal so gross als beim Liebig-Kühler. Pincussohn.

(19) 2. Fränkel, Sigmund (Chem. Lab. Österr. Gesellsch. Erforsch. d. Krebskrkh. Wien). ‚Über einen Laboratoriums- Vakuum-Trockenschrank.‘‘ Biochem. Zs., 74, H. 3—4, 170 (April 1916).

Beschreibung eines verhältnismässig billigen, nach den in der Gross- technik bekannten Prinzipien konstruierten Vakuumtrockenschrankes, der wechselweise mit Dampf und heissem Wasser heizbar ist. Sehr gute Leistungs- fähigkeit: Trocknungszeit für Plazenten z. B. 8 Stunden bei 35° und 10 mm, für Serum 5 Stunden. Pincussohn.

Physikalische Chemie.

(19) 8. Melander, Karl H. A. (Elektrochem. Lab. Techn. Hochsch. Stockholm). „Einige Bemerkungen bei der Berechnung der Dissoziationskonstanten extrem schwacher Säuren und Basen.“ Biochem. Zs., 74, H. 1—2, 134 (April 1916).

Wenn man zu einer vollständig dissoziierten NAOH-Lösung mehr und mehr einer schwachen Säure zusetzt, wird [S] schneller wachsen als [NaS], d. h. y, der Dissoziationsgrad steigt. Ist die Hydratlösung a-normal, so nimmt y den 1 Wert a für [S] = O an. l += K Wird zu einer Säurelösung mehr und mehr Natronlauge zugesetzt, ver mindert sich y. Für [Na] = O ist y = 1. Angaben über die Berechnung von Dissoziationskonstanten hieraus. Pincussohn.

19) 4. Wagner, R. J. (Hochsch. Bodenkultur Wien). „Die Bestimmung der Wasserstoffionenkonzentration kleinster Flüssigkeitsmengen.“ Biochem. Zs., 74, H. 3/4, 239 (April 1916).

Zentralblatt für Biologie, Bd. XIX. l

2 _

Verf. gibt eine Methode an, mit deren Hilfe man in 5—10 em’ Flüssig- keit die Wasserstoffionenkonzentration zwischen Pg 4,2 und 6,0 messen kann. Als Indikator verwendet er das nach der Methode von Hottinger aus Lackmoid dargestellte hochempfindliche Lackmosol. Die subjektiven Fehler der Ablesung farbenempfindliche Augen vorausgesetzt liegen unter !/ œ Pu; x Pa kann sehr genau geschätzt werden, !/⁄io Pa lässt sich einwandfrei bestimmen.

Die Messung erfolgt infolge Vernachlässigung des Eiweiss- wie Salzfehlers nicht in absoluten Werten, doch kann die relative Bestimmung nach Ermittlung des Salz- und Eiweissfehlers zu einer absoluten umgerechnet werden.

Pincussohn.

(19) 5. Marusawa, T. (Techn. Hochsch. Charlottenburg). „Über die Flockung kolloidaler Systeme.‘ Internat. Zs. f. physikal.-chem. Biol., II, 6, 430 (1916).

Die an verschiedenen kolloiden Systemen (Arsensulfid, Eisenhydıoxyd, Kaolin, Kohle, Albumin, Milch, Bakterienemulsionen usw.) durchgeführten Versuche zeigten, dass bei Anordnung verschiedener Säuren in eine ihrer Fällungs- kraft auf die erwähnten Kolloide entsprechenden Reihe diese Reihe sich unı- gekehrt, je nachdem das betreffende Kolloid elektropositiv oder elektronegativ ist. Elektropositive Kolloide werden am besten durch Säuren wie Weinsäure, Zitronensäure usw., elektronegative durch Salpetersäure, Trichloressigsäure usw. gefällt; daraus leitet Verf. den Schluss ab, dass die Bredig-Hardysche Wertigkeits- regel für die Erklärung der Kolloidfällung nicht ausreicht, sondern dass in erster Linie auch das Potential der Ionen (Haftdruck) die Fällung bedingt. Von den Schwermetallsalzen fällt am besten Kupfer und Blei, von den Farbstoffen das giftige Nachtblau. J. Matula, Wien.

(19) 6. Berczeller, L. (Techn. Hochsch. Charlottenburg). „Die Reaktion zwischen Jodsäure und schwefeliger Säure unter dem Einfluss biologisch wichtiger Katalysatoren.“ Internat. Zs. f. physikal.-chem. Biol., II, 6, 444 (1916).

Die Landoltsche Reaktion wird durch Hg-Salze, HCN, viele Alkaloide,

Basen, Nichtleiter usw. gehemmt, durch Morphin und Säuren usw. beschleunigt.

J. Matula, Wien.

(19) 7. Traube, J. und Takayasu, N. (Techn. Hochsch. Charlottenburg). „Über die katalytische Wirkung von Farbstoffen auf die Bildung kolloidalen Goldes.“ Internat. Zs. f. physikal.-chem. Biol., II, 6, 453 (1916).

Die Geschwindigkeit der Goldausscheidung im System Goldchlorid- Jodsäure wird durch die meisten Farbstoffe verzögert, durch einige namentlich blaue beschleunigt. Diese Wirkungen sind in ausserordentlich hohen Verdünnungen des Farbstoffs nachweisbar und scheinen der optischen Sensibilisation photo- chemischer Prozesse nahezustehen. J. Matula, Wien.

(19) 8. Hekma, E. (Phys. Inst. Groningen). „Über das Fibrin und seine Beziehung zu einigen Problemen der Biologie und Kolloidchemie. VI. Über den physikalischen Fibrinausscheidungs- bzw. Gelbildungsmodus in natürlichen und künstlichen Gerinnungsflüssigkeiten.‘‘ Biochem. Zs., 73, H. 5/6, 370 (April 1916).

Die erste Andeutung der Fibrinausscheidung gibt sich in der Regel kund in Form von länglichen Ultramikronen, denen das kristallähnliche abgeht. Das

Fibrin erscheint sodann in Form von kleineren oder grösseren kristallähnlichen

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Nädelchen, die entweder aus den erstgenannten Elementen durch Aufbau hervor- gehen oder durch ein unnachspürliches ‚Wachsen‘ der letzteren oder der feineren Nädelchen entstehen oder aber sofort als solche ausgeschieden werden. Aus diesen ‚Fibrinformelementen‘‘ werden die bekannten typischen Fibrinfädchen aufgebaut; sie können ausserdem unmittelbar als solche fix und fertig zur Aus- scheidung gelangen. Bei Störungen kann die Gelbildung auf einer unausgebildeten Entwicklungsstufe stehen bleiben.

In alleg den Fällen, wo dem Fädchenautbau bzw. der Ausscheidung nichts im Wege steht, bilden sich Fädchen aus, aus denen nun, je nach den Bedingungen, die verschiedenartigsten Strukturen entstehen können. Sämtlich sind sie auf- gebaut aus einer Unmasse von länglichen Mikronen und Ultramikronen. Jeder Gelfibrin, in welcher Form es auch erscheinen mag, besitzt somit einen einheit- lichen strukturellen Bau. |

Die unter dem Einfluss von starken Neutralsalzlösungen, von Säuren und CaCl,-Lösungen in natürlichen und künstlichen Gerinnungsflüssigkeiten zu er- zeugende Fibrinausscheidung bzw. Gelbildung geht physikalisch bzw. histologisch in ganz derselben Weise vor sich wie die unter dem Einfluss von Blutserum und von Schmidtschem Reagens in jenen Flüssigkeiten herbeizuführende entsprechende Erscheinung und ebenso wie die anscheinend spontane Fibrinausscheidung bzw. Gelbildung im Fluoridplasma und im nach Bürker oder Schimmelbusch flüssig erhaltenen Blutplasma. Es handelt sich in sämtlichen Fällen um die Ausscheidung eines und desselben präformiert vorhandenen Eiweisskörpers, eben des Fibrins.

Das Fibrin wird bei der Gerinnung nicht aus einem anderen Eiweisskörper gebildet. Eine vermeintliche Fermentwirkung hat mit der Fibrin- bzw. Blut- gerinnung nichts zu tun.

Der Ausscheidung des Fibrins in kristallähnlicher Nadelform und Fädchen- form liegt ein einheitlicher Prozess zugrunde. Pincussohn.

(19) 9. Hekma, E. (Physiol. Inst. Groningen). „Über das Fibrin und seine Beziehung zu einigen Problemen der Biologie und Kolloidchemie. VII. Über die Ähnlichkeit des Fibrinausscheidungsvorgangs mit einem Kristallisations- prozess einerseits und einem kolloidalen Ausfällungsprozess andrerseits, sowie über die Natur der Fibringerinnung überhaupt.‘ Biochem. Zs., 73, H. 5,6, 428 (April 1916). 5

Die Fibringerinnung bzw. die Gerinnsel- bzw. die Gelbildung in natür- lichen und künstlichen Fibrinalkalihydrosolen lässt sich als ein in zwei Phasen verlaufender Vorgang betrachten. Die erste Phase, die Ausscheidung des Fibrins, besteht im Übergang dieses Eiweisskörpers aus dem Alkalihydrosol in den ein- fachen Hydrosolzustand bzw. aus dem Emulsions- in den ‚wahren‘ Suspensions- zustand, oder aus einem dispersen System mit flüssigen dispersen Phasen in ein disperses System mit fester (halbfester) disperser Phase. Bei diesem Übergang erscheinen die Fibrinteilchen zunächst in der Form von kaum wahrnehmbaren länglichen Ultramikronen; nach und nach gelangen grössere, längliche Mikronen von Nadelform und unter Umständen von Fädchenform zur Ausscheidung.

Die zweite Phase besteht in einer Zusammenlagerung und Anlagerung zu grösseren nadelförmigen Mikronen und schliesslich zu richtigen Fädchen.

Die unmittelbare Bildung von grösseren nadelförmigen sowie von fädchenförmigen

Gebilden ist durch ein zeitliches Zusammentreffen der beiden Phasen bedingt.

Die Fibrinteilchen finden sich unter dem Einfluss von Alkali in einem wassergequollenen Zustand. Die Fibrinausscheidung unter dem Einfluss von gesättigter Neutralsalzlösung ist ein Entquellungsvorgang. Pincussohn.

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(19) 10. Hekma, E. (Phys. Inst. Groningen). „Über das Fibrin und seine Beziehung zu einigen Problemen der Biologie und Kolloidchemie. VIII. Zur Kenntnis der Quellung und Entquellung des Fibrins.‘‘ Biochem. Zs., 74, H. 1/2, 63 (April 1916).

Bei der Verquellung bzw. Verflüssigung des Fibrins unter dem Einfluss von schwachem Alkali handelt es sich nur um einen weiter fortgeschrittenen Quellungszustand des Fibrins.. In den in dieser Weise gebildeten Fibrinalkali- hydrosolen ist das Fibrin in einem unter Alkalieinfluss wassergequollenen Zustand vorhanden; die gequollenen Fibrinteilchen haben ihren gegenseitigen Zusammen- hang so weit verloren, dass eine optisch leere Flüssigkeit bzw. ein disperses System mit wirklich flüssiger disperser Phase vorliegt.

Zwischen dem Zustand, in dem sich das Fibrin in dem gequollenen Gel- zustand vorfindet und dem, in dem das Fibrin in dem Alkalihydrosol enthalten ist, besteht nur ein gradueller, kein grundsätzlicher Unterschied.

Die Gelbildung bzw. die Fibrinausscheidung in einem solchen Fibrin- alkalihydrosol beruht auf dem Verlust der gequollenen Fibrinteilchen entweder von Alkali (und somit Wasser) oder von Wasser (und somit eventuell Alkali).

| Pincussohn.

(19) 11. Hekma, E. (Phys. Inst. Groningen). ‚Über das Fibrin und seine Beziehung zu einigen Problemen der Biologie und Kolloidchemie. IX. Weiteres über Natur und Eigenschaften der ‚kolloiden Lösungen‘ des Fibrins.‘‘ Biochem. Zs., 74, H. 3/4, 219 (April 1916).

Verf. zieht aus seinen Versuchen und Überlegungen folgende Schlüsse:

Ein niedriger Quellungsgrad (d. h. ein niedriger Alkali- bzw. Wassergehalt der

einzelnen gequollenen Fibrinteilchen) verbunden mit einem niedrigen Dispersitäts-

grad des Fibrins in einem Fibrinalkalihydrosol ist für das Eintreten der Er- scheinung des Alterns, also für die spontane Gelbildung in Gallertform am günstigsten, gewissermassen sogar Vorbedingung. Dagegen wird die grössere oder geringere „Ausflockbarkeit‘ unter dem Einfluss von Reagentien vor allem von dem Quellungsgrad der einzelnen Fibrinteilchen beherrscht. Je niedriger der Quellungsgrad, desto grösser die „Ausflockbarkeit‘‘ und umgekehrt. Der

Dispersitätsgrad übt vorwiegend einen Einfluss auf die Form aus, in der das

Fibrin bei der ultramikroskopischen Beobachtung des Fibrinausscheidungs-

vorganges sichtbar wird. | Pincussohn.

(19) 12 Schmidt, Carl L. A. (R. Spreckels Phys. Lab, Univ. California, Berkely) „The refraktive indices of solutions of certain proteins. IX. Edestin.‘“ Jl. of Biol. Chem., 23, H. 2, 487—493 (Dez. 1915).

Als Wert von a (Änderung des Brechungsvermögens des Lösungsmittels, bedingt durch Einführung von 1°/, des Eiweisskörpers) ergab sich für Edestin 0,00174. Als Lösungsmittel wurden benutzt: 1, Us» Yon HCl; Y.n Essig- sãure; 1/1 n NaCl; 1/50, 1/29: Yon KOH; Yon NH,OH; Yon Na,C0O,. Die Edestin- konzentration betrug 0,5; 1; 1,5 und 2 %. Hirsch.

(19) 18. Rakusin, M. (Chem. Lab. d. „Masut‘“-Ges. St. Petersburg). ‚Über das Drehungsvermögen, die Adsorption und das Zentrifugieren von Pepsin- lösungen.“ Jl. russ. phys.-chem. Ges., 47, 141—143; nach Chem. Zbl.

[a]p des Pepsins in Wasser = + 64,5°. Positive Adsorption: (Adsorbens

Al,O,). Die Pepsinlösung wurde 1 Stunde mit 10% Al,0, geschüttelt. D!®

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vor Adsorption 1,0206, nach der Adsorption 1,0145; [a]p (| = 1 dm) + 3,4°, nach Adsorption + 3,0%. Negative Adsorption: Adsorbierende Substanz: Gelatine. Die Pepsinlösung wurde einige Minuten mit 3 % Gelatine gekocht. [a]p vor der Adsorption + 3,2°, nach Adsorption 0°. D* vor der Adsorption 1,0198, nach Adsorption 1,0292. Der Einfluss des gelösten Teiles der Gelatine ergibt sich aus den Eigenschaften der mit 3 % Gelatine gekochten Pepsinlösung: D = 1,0049 [a]p (| = 1 dm) = 3,8° Durch Zentrifugieren wurde aus einer Pepsinlösung nur eine minimale Trübung abgeschieden. Brahm.

(19) 14. Rakusin, M. (Chen. Lab. d. „Masut“-Ges. St. Petersburg). „Über optische und andere Eigenschaften der Eiweisskörper. I. Über das Verhalten der Roheiweissstoffe des Hühnereies gegen polarisiertes Licht, adsorbierende Mittel und beim Zentrifugieren.‘‘ J1. russ. phys.-chem. Ges., 47, 144 147 (17. Febr. 1915); nach Chem. Zbl.

[a}p von Eiereiweiss = 39,73°. Beide Albumine können im Eiweiss nicht in gleicher Menge enthalten sein, sonst müsste [a]p des Roheiweisses 24,4° betragen. Positive Adsorption: Eine 50 prozentige Lösung von Eiereiweiss wurde 24 Stunden mit Al,O, behandelt. Das spezifische Gewicht betrug bei 20° vor der Adsorption 1,0156, nach der Adsorption 1,0148; a (1 = 1 dm) vor der Adsorption 2,4°, nach der Adsorption 2°. Negative Adsorption: Eine 50prozentige Eiweisslösung wurde mit Gelatine bei 40— 50° 15 Minuten erwärmt. a der Eiweiss- lösung vor der Adsorption 2,6, D. 1,0189, a nach der Adsorption 3,4°, D. 1,0228. Brahm.

(19) 15. Rakusin, M.\ (Chem. Lab. d. „Masut‘'-Ges. St. Petersburg). „Über optische und andere Eigenschaften der Eiweisskörper. II. Über die optische Ak- tivität, die Adsorption und das Zentrifugieren von Caseinlösungen.‘ Jl. russ. phys.-chem. Ges., 47, 147—149; nach Chem. Zbl.

[a]p von Casein in Phosphorsäure und Essigsäure = 86,6° in einer Lösung von 0,2 % Pepsin + 2 %, Salzsäure in Wasser bzw. Boraxlösung = 95,3 bis 95,4%. Die positive Adsorption (Adsorptionsmittel: Al,O,) ergibt sich aus folgender Tabelle:

a D 20 vor nach vor nach Lösungsmittel e l Adsorption Adsorption Boraxlösung ..... 2%, 4,7135 45° Boraxlösung ..... 0,7% 3,1395 3,0% 29 1,0045 1,0014 Nach einstündigem Zentrifugieren setzt sich nur ein geringer Nieder- schlag ab. Brahm. (19) 16. Rakusin, M., St. Petersburg. „Über die optischen Eigenschaften

der Eiweisskörper und einiger anderer Verbindungen. I. Über das Verhalten von Hühnerroheiweiss gegen polarisiertes Licht, gegen Adsorptionsmittel und beim Zentrifugieren.‘‘ JI. russ. phys.-chem. Ges., H. 47, 1050 (Juli 1915); nach Chem. Zbl. Angabe einiger Analysenreihen. D!5 von Roheiweiss = 1,0459 1,0515. a = 2,6° bis 2,9%. [a]p des Albumins = 36,4% bis 37,1°. Positive Adsorption. Verf. untersuchte, ob man Albumin der Eiweisslösung mit Al,O, entziehen kann. Die von Al,O, abgegossene Eiweiss- lösung wurde nochmals mit 10 %, AIl,O, behandelt; keine Finwirkung mehr.

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Bei der ersten Adsorption erfolgt eine Spaltung des Eialbumins in zwei Albumine; das eine bleibt in Lösung (80,78 %; [a] = 32,6°), das andere wird vom Al,O, zurückgehalten (19,22 %; [a]p = 56,0°). Adsorptionals Spaltungs- methode. Ähnlich verhält sich Pepsin usw. gegenüber Al,O,.

Negative Adsorption. Gelatine wirkt auf eine 50prozentige Eiweiss- lösung auch bei gewöhnlicher Temperatur ein, wenn auch schwächer als in der Wärme. Alle Körper sind amorph.

Zentrifugieren veranlasste keine Abscheidung von irgendwelchen Nieder- schlägen. Werner Lipschitz.

(19) 17. Rakusin, M. und Flier, G. (Chem. Lab. d. ‚„Masut'‘-Ges. St. Peters- burg). „Über optische und andere Eigenschaften des Trypsins.“ Jl. russ. phys.-chem. Ges., H. 47, 1048 (Jul. 1915); nach Chem. Zbl.

Trypsin ist in wässeriger Lösung optisch inaktiv; die Trypsinkörnchen sind amorph. Eine neutralisierte Trypsinlösung wird durch Al,O, nicht gespalten. Die negative Adsorption des Trypsins verläuft normal.

Werner Lipschitz.

(19) 18. Rakusin, M. und Brando, E., Petersburg. „Zur Adsorption von wässerigen Pepsinlösungen mittels Tonerde.‘‘ Jl. russ. phys.-chem. Ges., H. 47, 1055 (Juli 1915); nach Chem. Zbl.

Nach einmaliger Behandlung von Pepsin mit Al,O, findet irreversible vollständige Adsorption ohne Spaltung statt. Werner Lipschitz.

(19) 19. Rakusin, M. und Brando, E., Petersburg. ‚Über das Drehungs- vermögen von wässerigen Albuminpeptonlösungen und deren Adsorption durch Tonerde.‘‘ Jl. russ. physiol.-chem. Ges., H.47, 1057 (Juli 1915); nach Chem. Zbl.

Albuminpepton ([a]p = 95,24°) wurde zweimal mit AlO, behandelt;

die erste Adsorption war schon erschöpfend und verläuft unter Spaltung: Pepton I

((a]lp = 75,0°) blieb in Lösung. Pepton II ([ap] -- 156,68° ber.) war

irreversibel adsorbiert. Werner Lipschitz.

(19) 20. Rakusin, M. und Logunowa, R., Petersburg. ..Über das Drehungs- vermögen der Caseinate der Alkalimetalle.‘‘ J1. russ. phys.-chem. Ges., H. 47, 1059 (Juli 1915); nach Chem. Zbl.

Die optische Aktivität der Alkalicaseinate, dargestellt durch Erhitzen von Casein mit '"/ n-Alkalilösung auf dem Wasserbade, nimmt mit dem Atonı- gewicht des Metalles zu: Li-car. [a]n 114,28° (i. Wasser)... ... K-cas. [a]p 156.62° (i. Wasser). Werner Lipschitz.

Chemie.

(19) 21. Erlenmeyer. KŁ. (Chem. Lab. Kais. Biolog. Anstalt Berlin-Dahlem). ‚Kritische Betrachtungen über die aktiven Zimtsäuren.‘‘“ Biochem. Ze., 74,H.3— 4, 137 (April 1916). _

Der naheliegende Einwand, die früher beschriebenen Präparate aktiver Zimtsäuren könnten Gemische von inaktiver Zimtsäure und einer aktiven, asymmetrische C-Atome enthaltenden Säure darstellen, iet, wie Verf. zunächst in allgemeiner Form beweist, durchaus unberechtigt.

Unter den Präparaten aktiver Zimtsäure unterscheidet Verf. folgende Kategorien:

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l. Präparate, bei denen die Verbrennung so genau auf Zimtsäure stimmt, dass nach der Analyse die Anwesenheit von Cinnamaten nicht mehr möglich erscheint.

2. Präparate mit geringer Analysendifferenz gegenüber der Theorie (0,05— 0,06 %), bei denen ein Bruchteil der Drehung auf kleine Mengen Cinnamat bezogen werden kann, endlich Präparate mit höherer Differenz, bei denen aber durch Kristallisation aus Ligroin Cinnamat abgeschieden werden kann.

Über den wahren Drehwert aktiver Zimtsäure lässt sich noch nichts Be- stimmtes aussagen, da die erhaltenen Präparate Gemische von aktiver und in- aktiver Säure darstellen.

Sicherlich kann Zimtsäure in molekular asymmetrischer, optisch aktiver Form existieren.

Theoretische Betrachtungen über den (fortfallenden) Begriff der doppelten Bindung, die Theorie der geometrischen Isomerie und die ‚„Lückentheorie‘‘ des Verf. Pincussohn.

(19) 22. Levene, P.A. und West,C. J. (Lab. Rockefeller-Inst. for Med. Research). „Cephalin. 111. Cephalin of the egg yolk, kidney, and liver.“ Jì. of Biol. Chem., 24, H. 2, 111—116 (Febr. 1916).

Die aus Eigelb, Niere und Leber dargestellten Kephalinpräparate hatten die gleiche Zusammensetzung wie das aus Hirn hergestellte Kephalin.

Hirsch. (19) 28. Andersen, A. C. und BRoed-Müller, Regitze (Phys. Lab. tierärztl. u. landw. Hochsch. Kopenhagen). ‚Zur Kenntnis der Eiweisskörper. III. Zur

Bestimmung der Monoaminodicarbonsäuren.‘‘ Biochem. Zs., 73, H. 5/6, 326 (April 1916).

Im Filtrate des Phosphorwolframsäureniederschlags bestimmen Verff. die Summe von Glutaminsäure und Asparaginsäure nach folgendem Prinzip. Wird ein Gemisch von Monoaminosäuren, in Wasser gelöst, mit NaOH so neu- tralisiert, wie für die Ausführung der Formoltitrierung vorgeschrieben ist, so sind die Monoaminomonocarbonsäuren frei vorhanden, während die Monoamino- dicarbonsäuren 1 Mol Base pro 1 Mol Aminosäure binden. Wird eine solche Lösung zur Trockne verdampft und der Rest vorsichtig verbrannt, so hinterbleibt eine Menge Na,CO,, die den früher vorhandenen Monoaminodicarbonsäuren äquivalent ist. Wird das Na,CO, durch Lösen in überschüssiger, titrierter HCl, Wegkochen der CO, und Zurücktitrieren mit Lauge bestimmt, so ist damit die Menge der Monoaminodicarbonsäuren ermittelt.

Die Ergebnisse des Verfahrens sind durchaus befriedigend, die Resultate bei der angewandten Versuchsanordnung etwas zu hoch.

Nötig ist vollständige Entfernung der durch Phosphorwolframsäure fallenden Substanzen, von Ammoniak, Cystin. Grössere Mengen Salze stören, CO, gibt zu Fehlern Anlaß. Glucosaminreiche Eiweisskörper können nach der Methode nicht analysiert werden. Pincussohn.

(19) 24. Krall, Hans (Inst. Dublin. Trinity College). ,‚‚Metallderivate und Konstitution des Guanidins.‘“‘ Jl. of Chem. Soc. London, 107, 1396 1405 (Sept. 1915); nach Chem. Zbl.

Aus den Versuchen des Verf. geht hervor, dass beim Schmelzen von kristal- lisiertem Guanidin Melanin und Ammoniak entstehen. Der Zersetzungspunkt liegt dei 160°. Bei Gegenwart von Kalinumäthylat entsteht bei 160° wenig Am-

Ze, 0 ee moniak. Die Reaktion ist bei 200° noch nicht beendet. Der Rückstand besteht aus -Monokaliumeyanamid. Durch die Bildung der Kaliumverbindung, in welcher das Wasserstoffatom einer Imidgruppe ersetzt ist, erklärt Verf. die grössere Beständigkeit des Guanidins bei Gegenwart von Kaliumäthylat. Wird eine wässerige Guanidinlösung gekocht, so entsteht neben etwas Melanin Ammoniak und Kohlendioxyd, dagegen kein Harnstoff. In der wässerigen Lösung besteht nach Ansicht des Verf. wahrscheinlich ein isodynamisches Gemisch zweier Formen, von denen die eine schnell hydrolysiert, die andere langsam dissoziiert wird. Verf. hält die gewöhnliche Formel des Guanidins nicht für richtig, da Guanidin nur einsäurig ist und mit salpetriger Säure selbst in Gegenwart starker Säuren nur den dritten Teil des Stickstoffs entwickelt. Verf. stellt nachstehende Formeln auf, von denen die erstere in saurer, die letztere in alkalischer Lösung begünstigt ist.

NH3 NH; NH, 0L <Q NH= \ | h II. Brahm. (19) 25. Fränkel, Sigmund und Rainer, Josef (Lab. d. Ludwig Spiegler-Stiftung Wien). „Über das Vorkommen von cyklischen Aminosäuren im Secale cor-

nutum.“ Biochem. Zs., 74, H. 3—4, 167 (April 1916).

Aus dem entbleiten Filtrate von mit Bleizucker gereinigten Ergotinextrakten wurde Tyrosin gewonnen. Das Filtrat vom Tyrosin gab in einem Falle Reaktionen auf Tryptophan. |

Endlich wurde noch Histidin nachgewiesen. Die Bildung der Aminobasen im Secaleextrakt dürfte demnach auf dem Wege über die Aminosäuren, vielleicht direkt durch Decarboxylierung, erfolgen. | Pincussohn.

(19) 26. Crawford, Albert C. und Watanabe, Walter K. (Division of Pharm. Univ. San Francisco). „The occurence of p-Hydroxyphenylethylamine in various mistletoes.“ Jl. of Biol. Chem., 24, H. 2, 169-172 (Febr. 1916).

Das p-Oxyphenyläthylamin wurde von Verff. in Phoradendron villosum und Ph. californicum nachgewiesen. . Hirsch.

(19) 27. Fischer, Hans (Phys. Inst. München). ‚Über das Kotporphyrin. 11. Mittellungen über das ORDERBNILN: Zs. liya: Chem., 96, H. 1/2, ae (Dez. 1915).

Aus Kot von Porphyrinpatienten isolierte Verf. zunächst durch Extraktion mit Alkohol und Äther Fett, Cholesterin, Urobilin, Lecithine, Gallensäuren usw. und entzog dann das Porphyrin durch Alkoholsalzsäure. Es wurde isoliert das reine Kotporphyrin von der Zusammensetzung C„HyN,O,, das Molekular- gewicht 652,33, sein komplexes Kupfersalz C„H,„N,O,Cu, der Methylester C„»H,,N,0,, das komplexe Kupfersalz des Methylesters C„H,N,O,Cu, das kom- plexe Eisensalz des Methylesters C,H,,N,O,FeCl und der Äthylester C„H4aN.O;- Das Metall ist sowohl in den Salzen des freien Porphyrins, als auch den Estern komplex gebunden. Das Kotporphyrin liess sich auch im Urin des Porphyrin- patienten nachweisen und es ist nach Ansicht des Verf. so gut wie sicher, dass es im Urin primär vorhanden ist und nicht etwa erst nachträglich durch Fäulnis aus dem Urinporphyrin hervorgeht. Alle Versuche, das Urinporphyrin durch Fäulnis in Kotporphyrin überzuführen, sind gescheitert. Beim Vergleich der Formeln des Urin- und Kotporphyrins fällt der Unterschied im Sauerstoff: und Kohlenstoffgehalt auf, und zwar ist letzteres um 4 Carboxylgruppen ärmer als das Urinporphyrin, enthält also 3 Carboxylgruppen. Beide Porphyrine lassen sich von einer gemeinsamen Stammsubstanz ableiten, und zwar ist es die Stamm-

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substanz des Kotporphyrins, von der sich die beiden Porphyrine und ihre Derivate ableiten. Sämtliche Analysen des Urinporphyrins und seiner Derivate stimmen viel besser auf die von C,H,N,O, abgeleiteten Formeln. Somit ist das Urin- porphyrin C,HsN,O,s, Molekulargewicht 828,33, sein Äthylester C„H4N4O1e: Molekulargewicht 1024,56, sein Methylester C„HzN4O,js, Molekulargewicht 926,44, das komplexe Kupfersalz C„HaN,O1sCu, Molekulargewicht 987,99, das komplexe Eisensalz C„H,aN,O1sFeCl, Molekulargewicht 1015,72. In weiteren Ausführungen behandelt Verf. die Beziehungen der beiden Porphyrine zum Blut- und Gallen- farbstoff. Im Urin des Kaninchens wurde nach subkutaner Injektion von Urin- porphyrin dasselbe in einer bedeutenden Menge wiedergefunden, während im Kot nicht eine Spur nachzuweisen war. Vergleicht man dieses Verhalten mit dem des Kotporphyrins, das nur zum kleinen Teil nach der Einspritzung unter die Haut im Urin erschien, zum grössten Teile im Kot, so kann es keinem Zweifel unterliegen, dass durch die Carboxylierung, wie sie beim Urinporphyrin sich findet, dieses ideal harnfähig gemacht worden ist. Einzelheiten sind im Original nachzulesen. Brahm.

(19) 28. Löger, E. „Sur le dedoublement de la nataloine ß et de Ühomonataloineß.“ Jl. de Pharmac. Chim. (7), XII, H. 7, 224 (Okt. 1915).

Beobachtungen über wechselnde optische Aktivität des bei Verseifen von inaktivem ß-Pentaacetylnataloin erhaltenen ß-Nataloins führten zu der Au- sicht, dass dieses beim Umkristallisieren teilweise Spaltung erleide.. Es lässt sich in der Tat durch wiederholtes Kristallisieren aus 60 %, Alkohol zerlegen in 1-Nataloin, [@a]p = 146,5° (Drehungsvermögen des natürlichen Aloins) und ein durch folgende Kristallisationen nicht weiter zerlegbares Produkt von [a]p = + 63°, das einer Verbindung von 2 Mol. 1-Nataloin mit 5 Mol. d-Nataloin entspricht. Diese Spaltung tritt übrigens auch ohne Kristallisation, schon bei Fällung der aus der Pentaacetylverbindung erhaltenen alkoholischen Verseifungs- lösung mit Wasser, ein.

8-Homonataloin erleidet unter gleichen Umständen ähnliche Spaltung in 1-Homonataloin von [a]p = 147,2, also annähernd dem Drehungsvermögen des natürlichen, und’ ein Produkt von [a]p = + 63°, ebenso wie das obige auf- zufassen. Beide Ausgangsprodukte sind also racemisch. L. Spiegel.

(19) 29.. Harris, D. Fraser und Creighton, H. J. M. (Lab. of Phys. Univ. Halifax, Lab. of Chem. Swarthmore). ‚The time required for reduction of oxyhemoglobin in vivo.“ Jl. of Biol. Chem., 23, H. 2, 469--470 (Dez. 1915).

‚Zwei nebeneinander liegende Finger wurden vor eine helle Lichtquelle gebracht. und der erscheinende rote Schein spektroskopisch untersucht. Es liessen sich die beiden Bänder des Oxyhaemoglobins feststellen. Wurde nun der Unterarm leicht abgeschnürt, so verschwanden die beiden Bänder des Oxyhaemoglobins und das eine Band des reduzierten Haemoglobins trat auf. Die Zeit bis zum Ein- tritt der Reduktion betrug 18-26 Sekunden. Analoge Versuche wurden auch am Kaninchenohr angestellt, nach Zusammendrücken des Ohres an der Basis trat das Spektrum des reduzierten Hämoglobins auf, die Zeit bis zum Auftreten desselben betrug etwa 40 Sekunden. | Hirsch.

(19) 80. Guillaumin’), Charles-Ovide. ‚Sur des icteres consecutifs a l’ingestion d’acide picrique; contribution aux procédés de recherches de celui-ci dans les milieux organiques.“ Jl. de Pharmac. Chim. (7), XII, H. 5, 145 (Sept. 1915).

Die bisher vorgeschlagenen Verfahren zum Nachweis der Pikrinsäure im

Harn versagten bei Personen, die gie zwecks Vortäuschung von Gelbsucht ge-

%),8, 8. Reff. 79, 80.

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nommen hatten. Verf. gibt für die Isolierung aus Harn und Blut folgende Vor- schriften:

Harn. 250 cm? werden mit 10 % HCl versetzt, zwei- bis dreimal mit Äther unter Beseitigung der Emulsion mit etwas Alkohol ausgeschüttelt; der Rückstand der alkoholisch-ätherischen Lösung, die zunächst mit wasserfreiem Natriumsulfat getrocknet und filtriert wurde, wird mit Wasser aufgenommen, die Lösung nötigenfalls filtriert.

Blut. Das Serum von 30 bis 40 cm? wird mit dem 5- bis 10fachen Vol. 90 % Alkohol und 4 bis 5 Tropfen HCl versetzt, filtriert, das Filtrat zur Trockne verdampft, der Rückstand mit 4 bis 5 em? Wasser aufgenommen, und die so ge- wonnene Lösung nochmals filtriert.

Zur Identifizierung dienen Ausfärben auf Wolle, Bildung von Pikramin- säure, Kupferpikrat, Bildung von Isopurpursäure und die Fällung mit Methylen- blau. L. Spiegel.

(19) 831. Rodillon, G.*) ‚Sur une reaction specifique de l’acide picrique.“‘ Jl. de Pharmac. Chim. (7), XII, H. 6, 177 (Sept. 1915).

Die zu untersuchende Flüssigkeit wird mit etwa !/, Vol. reiner HCl und etwas Zn versetzt. Nach kurzer Einwirkung wird die Flüssigkeit abgegossen, mit 10 Tropf. H,O, versetzt und mit etwa 2 cm? Ammoniakflüssigkeit überschichtet. An der Berührungszone bildet sich ein blauvioletter Ring in der oberen, ein rosavioletter in der unteren Schicht.

Von Nahrungsmitteln oder gefärbten Substanzen wird ein Auszug mit heissem Wasser für die Prüfung hergestellt. Harn, Bier usw. werden nach starkem Ansäuern mit HCl mit Äther oder Benzol ausgeschüttelt; die Probe wird dann an der wässerigen Lösung des aus diesen Auszügen beim Verdunsten erhaltenen Rückstandes angestellt. Bu L. Spiegel.

Allgemeine Physiologie und Pathologie.

% (19) 82. Lipschütsz, A. „Allgemeine Physiologie des Todes.‘ Bd. 57. „Die Wissenschaft‘‘. Friedr. Vieweg u. Sohn, Braunschweig 1915. VIII + 184 S. 8%. 38 Abbildg. Preis 6 M.

Mit der Bezeichnung ‚Physiologie des Todes‘ hat Verf. die brennendste Frage in diesem Forschungsgebiet in den Vordergrund gerückt, und hier liegt auch das Schwergewicht in der vorliegenden klar und fesselnd geschriebenen Darstellung. Will man dem geheimnisvollen Phänomen des Todes nahe kommen, so hat man scharf zu trennen zwischen dem pathologischen Tode und den Er- scheinungen, die auf den inneren Lebensbedingungen des Individuums beruhend, mit Notwendigkeit zum Tode führen. Dieser Gedanke bildet das Grundmotiv für die Ausführungen des Verf. Er gibt zunächst eine Darstellung der Lehre \Weismanns, nach der es bei den Einzelligen keinen Tod aus Altersschwäche gibt. Durch die modernen Untersuchungen von Woodruff wird Weismanns Lehre gestützt. Die Ergebnisse der Arbeiten Woodruffs werden auf die Untersuchungen von Maupas, Calkins, R. Hertwig und anderen bezogen, und Verf. zeigt, dass die von jenen Autoren als Depressionszustände oder physiologische Degeneration beschriebenen Erscheinungen auf Reize zurückzuführen sind, die Folge der Über- ladung der Kulturflüssigkeit mit den Stoffwechselprodukten der Zelle sind. Hiervon ausgehend, betrachtet Verf. die Veränderungen, die Zellen und Organe im Alter erfahren. Die Altersatrophie der Zellen wird im wesentlichen als Pigment-

9) 8. a. Reff. 79, 80.

ze SI e

atrophie aufgefasst. Es gibt sonach spezifische Altersveränderungen, die ohne Veränderung der äusseren Lebensbedingungen zum Tode führen müssen. Damit gibt Verf. den Schlüssel zu einer rein physiologischen Betrachtung des Todes, und er gelangt zu der These, dass im Körper der Metazoen die Körperflüssigkeiten als eine innere Lebensbedingung zwischen Zelle und Aussenwelt getreten sind, ohne dass die Geschwindigkeit der Entfernung der Stoffwechselprodukte der Geschwindigkeit ihrer Bildung entspricht, wodurch ein Tod aus Altersschwäche, ein Tod als physiologische Erscheinung verständlich wird. ‚Aus dem Zusammen- leben der Zellen im vielzelligen Organismus resultiert der Tod aus Altersschwäche.‘‘ Trotz dieser vorzugsweise auf den Stoffumsatz gerichteten Betrachtungs- weise unterlässt es Verf. nicht, das Problem auch von der morphologischen Seite aus zu beleuchten. Er lässt der Differenzierung der Zellen in Soma- und Keim- zellen eine gebührende Bedeutung und geht in längeren- Ausführungen auf die Beziehung zwischen Zelldifferenzierung und Stoffumsatz ein. Ä Das vorliegende Werk sei wegen seiner originalen, stets fesselnden Betrach- tungsweise und wegen der gründlichen Verarbeitung der bisher vorliegenden Forschungsergebnisse auf das Wärmste empfohlen. In Inhalt und in der äusseren Erscheinung schliesst sich dieses Werk den übrigen in der Sammlung ‚Die Wissen- schaft‘‘ würdig an. Lewin.

% (19) 88. v. Linden, Gräfin. „Parasitismus im Tierreich." Bd. 58. „Die Wissenschaft‘‘, Friedr. Vieweg u. Sohn, Braunschweig 1915. VIII -- 213 S.. Mit 102 Abbildg. u. 7 Tafeln. Preis 8M.

Dieses vorzüglich ausgestattete Werk dient zwar der Aufklärung weiterer Kreise, sei aber auch an dieser Stelle der Beachtung empfohlen, nicht nur wegen der übersichtlichen Darstellung, sondern auch wegen der Fülle des bearbeiteten Materials und der mannigfachen Anregung, die man aus dem Buche gewinnen kann.

Lewin.

(19) 34. Hammerschlag, R., Schlan. ‚Die Speichelkörperchen.‘ Frankfurter Zs. Path., XVIII, H. 1, 161 (Dez. 1915).

Die Herkunft der Speichelkörperchen ist noch nicht ganz geklärt. Sie sind einkernig bis fünflappig, gelangen schon mehrlappig in die Mundhöhle; sanfte Übergänge vom Lymphocyten zu den polymorphkernigen Leukocyten. Die Nekrose der Körperchen findet erst im Munde statt. Bei Spülungen zeigt sich ein Übergewicht der mehrlappigen. Durchschnittliche Zahl im cbmm 2000— 3000, Strömungsgeschwindigkeit in der Sekunde 70000, Gesamtmenge am Tag 4 Milliarden, was einem Volumen von 3 ebem entspricht. An der Diapedese im ganzen Darmkanal beteiligt sich ein mächtiges Zellmaterial. Die Vacuolen in den Speichelkörperehen sind Sekretionsprodukte der Kerne.

Hart, Berlin.

(19) 35. Siegel, P. W. (Umiv.-Frauenklinik Freiburg i.B.). „Bedeutung des Kohabitationstermins für die Befruchtungsfähigkeit der Frau und für die Ge- schlechtsbildung des Kindes.‘ Münch. Med. Ws., H. 21, 748 (Mai 1916).

Nach einer kleinen Statistik von 80 Frauen war bei der Kohabitation an dem 1. bis 9. Tage nach Beginn der letzten Menses das Ergebnis in 5/, der Fälle Knaben, vom 10. bis 14. Tage überwogen die Mädchen um das Doppelte, vom 15. bis 22. Tage war das Verhältnis Mädchen : Knaben wie 1:7.

Pincussohn. (19) 86. Fine, Morris S. (Lab. Path. Chem. Post-Graduate Med. School. New York). ‚The non-destructibility of uric acid in the human organism (Preli-

minary communication). Jl. of Biol. Chem., 23, H. 2, 471-473 (Dez. 1915).

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Im Gegensatz zu Schittenhelm und Wiener wurden in menschlichem

Blut, Muskulatur, Leber, Milz, Haut, Tonsillen, Pleura-, Ascites-, Pericardial- und Spinalflüssigkeit beträchtliche Mengen von Harnsäure nachgewiesen. ; Hirsch.

(19) 87. Schwartz, A. B. (Sprague Mem. Inst.) „Clinical study of edema

by means of the elastometer.‘‘ Arch. of Int. Med., XVII, No. 3, 396 —404 (1916).

Studien mit Schades Elastometer. Lewin. (19) 88. Wahl, H. R. und Richardson, M. L.' (Western Res. Univ.). „A study

ofthe lipin content of a case of Gauchers disease in an infant.‘‘ Arch. of Int. Med., XVII, No. 2, 238—259 (1916). :

Bei Gauchers Krankheit findet sich eine erhebliche Zunahme an Lipoiden in Milz und Leber. Auch die Verteilung der Lipoide zueinander ist verändert. Die fixen Fette sind stark vermindert, während Lecithin und Cholesterin bedeutend vermehrt sind. Lewin.

(19) 39. Acremann (Hôpital Tenon). ‚Analyse d’une concretion calcaire observee

chez un cardiaque. Jl. de Pharmac. Chim. (7), XII, H. 8, 253 (Okt. 1915).

Die nach dem Tode gefundene Verhärtung der Perikardialsymphyse ent-

hielt in 100 g: Wasser 16,40 g Fett 3,68 g Asche 57,03 g eiweissartige

Stoffe und Differenz 22,99 g, in der Asche 85,10 ©, Ca,(PO,), und 36,82 ©, Ca.

Dieser war ausser an P,O, und CO, ursprünglich auch an organische Substanz gebunden. Ä L. Spiegel.

(19) 40. Troell, A. (Columbia Univ. New York). „Some attempts to produce exophthalmos experimentally.‘ Arch. of Int. Med., XVII, No. 3, 382 --395, 1916). M

Versuche mit Paraphenylendiamin-Vergiftung an verschiedenen Tieren ohne oder mit Entfernung des oberen sympathischen Halsganglions. Die Frage

der Genese des Exophthalmos blieb ungelöst. Lewin. Pflanzenphysiologie. (19) 41. Klebs, G. (Bot. Inst. Heidelberg). ‚Zur Entwicklungs- Physiologie

der Farnprothallien.‘‘ S.-Ber. Heidelb. Akad., math.-nat. Klasse, Abteil. B, 4. Abhandl., p. 82 (1916).

Als Untersuchungsobjekt dienten hauptsächlich die Sporen von Pteris longifolia. Sie wurden auf durchsichtigem Agar-Boden, der mit Knopscher Nähr- lösung getränkt war, zur Entwicklung gebracht. Die äusseren Lebensbedingungen blieben bis auf Licht und Temperatur konstant.

Durch das Licht wird die Sporenzelle zur Keimung angeregt. Die erforder- liche Intensität liegt noch unterhalb 0,4 Hefner-Kerzen (Osramlicht). In schwachen Licht entstehen aus der Spore lange Fäden, die eine mehr oder weniger grosse Zahl von Querteilungen der Zellen aufweisen. Die Zahl der Querteilungen nimmt mit steigender Intensität des Lichts zu. Bei 200 bis 250 Kerzen erfolgen die Teilungen nach zwei Richtungen des Raums, so daß flächenförmige Prothallien entstehen; bei Lichtintensitäten von 500 bis 1000 Kerzen entwickeln sich die Sporen zu Prothallien, die in der Mitte durch Teilung in der dritten Richtung des Raums einen Zellkörper bilden. Die Entwicklung der Spore erfolgt also je nach der Lichtstärke in ganz verschiedener Weise. Von einer bestimmten Grenze

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ab (etwa 1500 Kerzen) bewirkt eine weitere Steigerung der Lichtintensität keine wesentliche Veränderung der Entwicklung.

Bei einer gegebenen Lichtintensität (z. B. 1000 Kerzen in 50-60 cm Entfernung) kann die Dauer der Einwirkung wesentlich verkürzt werden. Das Tageslicht wirkt je nach seiner Intensität wie das elektrische Licht. Betrug die Temperatur im Dunkeln 30°, so sind 8—9 Stunden Belichtung nötig, um die Sporen zum Keimen zu bringen. Das Keimen beschränkt sich aber auf die ersten Anfänge. Erst nach 17stündiger Belichtung treten im Dunkeln deutliche Keim- fäden hervor. |

Bei Lichtzutritt keimen die Sporen auch in kohlensäurefreier Luft. Im starken Licht (1000 Kerzen bei 40 cm Entfernung) tritt im kohlensäurefreien Raum eine starke Streckung der Keimfäden bei geringer Querteilung auf; Pro- thallienbildung findet nicht statt.

Als Temperaturgrenzen für die Keimung ermittelte Verf. 12° und 40°. Die schnellste Keimung, die fünf Tage beträgt, erfolgt zwischen 25° und 30°. Für die Prothallienbildung liegt die oberste Grenze zwischen 32° und 35°. Tem- peraturen von 25—30° beschleunigen zwar die Keimung und die Prothallien- bildung, können aber bei zu schwacher Beleuchtung nicht als Ersatz für das mangelnde Licht wirken.

Jüngere Prothallien lassen sich durch folgende Bedingungen zu einer übermässigen Streckung einzelner Zellen bringen:

1. Durch Versetzen aus starkem Licht in schwaches Licht (1000 Kerzen

bei 80 cm Entfernung in eine Entfernung von 200-240 cm gebracht),

2. durch Kultur in kohlesäurefreiem Raum bei starkem Licht (1000 Kerzen,

50 cm Entfernung),

3. durch Kultur bei starkem Licht nach vorhergehendem längeren Auf-

enthalt im Dunkeln bei 30°,

4. durch Erhöhung der Temperatur von 20° auf 30° bei gleichem Licht

(Tageslicht), 5. durch Erniedrigung der Temperatur von 35° auf 30° bei gleichem Licht (Tageslicht).

Wie Pteris verhalten sich zahlreiche andere Farne. Die beobachteten Unterschiede sind ausschliesslich quantitativer Natur.

Aus den Untersuchungen folgt, dass jede überhaupt bemerkbare Formbildung in der Entwicklung eines Farnprothalliums vom Licht und von der Temperatur abhängt. Der Entwicklungsgang der Sporenzelle ist also in keiner Weise vorgeschrieben; er er- scheint ebensowenig erblich fixiert, wie viele andere Lebens- vorgänge. Daher sind alle Annahmen von Kräften unbekannter Art unnötig. Die in den Sporen vorauszusetzende unbekannte, erbliche, spezifische Struktur enthält die allerverschiedensten Möglichkeiten der Formbildung, von denen jede erst durch die für sie charakteristischen Aussenbedingungen ver- wirklicht werden kann.

Bei Pteris longifolia tritt das Spezifische der Struktur darin hervor, daß die Verwirklichung einer bestimmten Form, z. B. der Prothalliumfläche, an eine Intensität des Lichts gebunden ist, die nicht unter einen gewissen Wert sinken darf. Andere Farnarten dagegen erfordern unter sonst gleichen Bedingungen eine geringere oder grössere Lichtintensität für die gleiche Formbildung.

Die Frage, welche Beziehungen zwischen den äusseren Faktoren und den die Formbildung hervorrufenden inneren Bedingungen walten, kann erst er- örtert werden, wenn die Wirkung der das Licht zusammensetzenden Strahlen

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verschiedener Brechbarkeit und die Bedeutung der Feuchtigkeit und der chemischen Zusammensetzung des Substrats untersucht worden sind. Hierüber stellt Verf. weitere Arbeiten in Aussicht. 0. Damm.

(19) 42. Stoye, G. (Bot. Inst. Halle). „Über den Einfluss allseitigen mechani- schen Druckes auf die Entwicklung von Steinfrüchten.“ Dissert., Halle 1915, 63 p. An .Bäumen und Sträuchern (Prunus cerasifera, domestica, armeniaca, cerasus, Cornus mas, Sambucus nigra, Viburnum opulus u. a.) wurden die Früchte verschiedenen Entwicklungsstadiums mehrfach in einen Gipsbrei eingetaucht, so dass sie sich allmählich mit einem dicken Gipsverband umgaben. Die mikro- skopische Untersuchung ergab, dass durch das Eingipsen bei genügend jungen Früchten das Auftreten der Steinzellen bzw. das Verholzen der entstehenden Steinzellen verhindert wird. Bei älteren Früchten dagegen verholzen die Steinzellen auch im Gipsverband.

Verf. schliesst aus den Versuchen, dass es vor allem der allseitige mecha- nische Druck ist, der hemmend auf die Verholzung der Zellen einwirkt. Daneben werden auch ungünstige Ernährungsverhältnisse, verminderte Atmung und Transpiration die Bildung der Steinzellen in schädlichem Sinne beeinflussen.

In den eingegipsten Früchten setzen neue Zellteilungen ein, bei denen sich die Zellwände radial in die Richtung des Druckes stellen. Fine befriedigende Erklärung hierfür lässt sich zurzeit nicht geben.

Mehrfach zeigen die Zellen der eingegipsten Früchte Ansamınlung von Gerbstoff. Bei der Erklärung dieser Erscheinung geht Verf. von derAnschauung Kutschers aus, dass unter normalen Verhältnissen der Gerbstoff bei der Atmung der Oxydation anheimfällt. Da in den Früchten mit dem Gipsverband die Atmung wesentlich erschwert ist, muss sich der immer nen entstehende Gerbstoff also ansammeln. | 0O. Damm. (19) 48. Molisch, H. (P’flanzenphys. Inst. Wien). „Über einige Beobachtungen

an Mimosa pudica.‘‘ S.-Ber. Wien. Akad., math.-nat. Klasse, Abt. I, 124, 507 528 (1915).

Bei der Reizung färben sich die Gelenke der Fiederblättchen von Mimosa pudica, M. Speggazinii und Biophytum sensitivum auf der Unterseite dunkel- grün. Der Farbenumschlag ist bei Mimosa höchstwahrscheinlich durch Injektion der Interzellularen mit Wasser bedingt; bei Biophytum beruht er auf einen durch die Lageänderung des Blättchens verursachten ungleichen Reflex der Lichtstrahlen, die die Epidermis treffen.

Die Inhaltsstoffe der Gerbstoffvakuolen in den Blattgelenken von Mi- mosa usw. gehören in die Gruppe der Phloroglykotannoide. In einem direkten Zusammenhange mit der Reizreaktion stehen diese Vakuolen nicht; doch komnit ihnen vielleicht eine Bedeutung bei der Regulierung des Turgordruckes in den Zellen der Blattgelenke zu. O. Damnı.

(19) 44. Molisch, H. (Pflanzenphys. Inst. Wien). „Über das Treiben ruhender Pflanzen mit Rauch.‘ S.-Ber. Wien. Akad., math.-nat. Klasse, Abt. I, 125, 141— 162 (1916).

Wenn man Zweige verschiedener Gehölze (Syringa, Forsythia, Aesculus, Spiraea u. a.) im letzten Abschnitt der Winterruhe, der sogenannten Nachruhe, in einen abgeschlossenen Raum bringt, der mit Rauch erfüllt ist, darin 24 bis 48 Stunden belässt und dann im Warmhause am Licht weiter kultiviert, so treiben diese Zweige um 1—3 Wochen früher aus als unter normalen Verhältnissen.

Dabei ist es vollständig gleichgültig, ob man sich des Rauches aus Papier, Säge- spänen oder Tabak bedient.

Welche Stoffe in dem Rauche den ‚‚treibenden‘‘ Faktor darstellen, bedarf noch besonderer Untersuchungen. Verf. denkt dabei in erster Linie an Acetylen und Äthylen.

Lässt man die Zweige, die sich im winterlichen Zustande befinden, längere Zeit in der Rauchluft, so erfährt das Austreiben der Knospen eine Verzögerung. Zweige mit Blättern werden auch bei kürzerer Einwirkung des Rauches ge- schädigt. Hieraus folgt, dass ruhende Pflanzenteile im allgemeinen widerstands- fähiger sind als Pflanzenteile, die sich in voller Entwicklung befinden.

Auch eine Reihe anderer Körper (Leuchtgas, Dämpfe von Thynıol, Chloral- hydrat, Kampfer, Naphthalin, Acetylen, Aceton) wirken abkürzend auf die Ruhe- periode der Pflanzen ein. Die Zahl der sogenannten Treibstoffe ist also viel grösser. als man bisher annahm. 0. Damm.

(19) 45. Hamorak, N. (Pflanzenphys. Inst. Wien). „Beiträge zur Mikrochemie des Spaltöffnungsapparates.‘‘ S.-Ber. Wien. Akad. math.-nat. Klasse, Abt. I. 124, 447-481 (1915).

An zahlreichen Beispielen (Philodendron, Anthurium, Polygonum., Sedum, Rheum, Carex u.a.) wird gezeigt, dass die Schliesszellen des Spalt- öffnungsapparates und die benachbarten Zellen regelmässig Gerbstoff, Anthokyan und fettes Öl enthalten. Anthokyan und Gerbstoffe können sich gegen- seitig vertreten, sowohl in ihrem Vorkommen, als auch durch Bildung von Anthokyan aus Gerbstoffen. Verf. schliesst aus den Befunden, dass die speziellen Aufgaben des Spaltöffnungsapparates mit einem besonderen Chemismus dieses Apparates verknüpft sind. In welcher Weise die nachgewiesenen Stoffe wirken. bedarf noch der Untersuchung. O0. Damm.

Biologie der Gewebe.

(19) 46. Joannovies, G. (Inst. allg. Path. Wien). „Zur Wirkung des Chinins auf das Wachstum der transplantablen Mäusetumoren.‘‘ Wiener klin. Ws., No. 27, 851 (1916).

In Übereinstimmung mit Fränkel und Fürer konnte Verf. keine Beein- flussung des Wachstums transplantabler Mäusetumoren beobachten. Verf. prüfte, ob nicht unter Ausnutzung der fluoreszierendeun Eigenschaft von Chinin bisulfuricum eine das Wachstum hemmende Wirkung zu erzielen sei. Bei Komi- bination von Chininfütterung und Belichtung fand Verf., dass der